201703.2218

Die neue Schenkungsanrechnung

Der (zukünftige) Erblasser verschenkt vor seinem Tod sein Vermögen – die Erben schauen durch die Finger. Gibt es rechtliche Möglichkeiten für die Erben?

Um die Möglichkeiten der Erben prüfen zu können, muss zunächst unterschieden werden, ob der (zukünftige) Erblasser sein Vermögen an einen pflichtteilsberechtigten oder an einen nicht pflichtteilsberechtigten Angehörigen verschenkt hat.

Pflichtteilsberechtigt sind in Österreich etwa die Kinder und der Ehegatte des Verstorbenen. Nicht pflichtteilsberechtigt sind z.B. Freunde oder, wie in einem aktuellen Fall, die Schwiegertochter.

Wenn das Vermögen des Verstorbenen also vor dessen Tod an einen Pflichtteilsberechtigten verschenkt wurde, können die Erben nach dem Tod des Erblassers unbefristet eine Schenkungsanrechnung verlangen. Das verschenkte Vermögen wird dann in das Erbe einbezogen. Dadurch wird verhindert, dass die gesetzliche Erbfolge durch das Verschenken des Vermögens umgangen wird.

Wenn das Vermögen allerdings – wie im aktuellen Fall – an die Schwiegertochter verschenkt wird, ist eine solche Anrechnung nur möglich, wenn die Schenkung innerhalb der letzten beiden Jahre vor dem Tod des Erblassers erfolgt. Wenn die Schenkung schon länger her ist, ist eine Anrechnung nicht mehr möglich! Dies wurde zuletzt vom Obersten Gerichtshof bestätigt.

Hier die aktuelle Entscheidung des Obersten Gerichtshofes:

Schenkungsanrechnung_Erbschaft_Verlassenschaft
Die neue Schenkungsanrechnung
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