Einvernehmliche Ehescheidung

Eine einvernehmliche Scheidung ist dann möglich, wenn die eheliche Lebensgemeinschaft seit mindestens einem halben Jahr aufgehoben ist, und sich beide Ehegatten die unheilbare Zerrüttung des ehelichen Verhältnisses eingestehen.

Voraussetzung dafür ist, dass beide Ehegatten die einvernehmliche Ehescheidung wollen und diese gemeinsam beantragen. Sie müssen dazu dem Gericht einen Scheidungsvergleich vorlegen.

Da die eheliche Lebensgemeinschaft seit mindestens einem halben Jahr aufgehoben sein muss, ist außerdem eine Bestätigung dieses Umstands vor einem Richter/einer Richterin notwendig. Auch muss die Ehe seit mindestens einem halben Jahr „unheilbar zerrüttet“ sein. Darunter versteht man, dass eine erneute Annäherung zwischen den Ehegatten praktisch ausgeschlossen ist. Eine Aussage, die ebenfalls von beiden Ehegatten vor Gericht bestätigt werden muss.

Scheidungsvereinbarung

Eine weitere Voraussetzung für eine einvernehmliche Ehescheidung ist eine schriftliche Vereinbarung zwischen den Ehegatten (Scheidungsvereinbarung, Scheidungsvergleich) in Bezug auf die Betreuung der Kinder sowie Obsorge, die Unterhaltspflicht(en) und die vermögensrechtlichen Ansprüche der Ehegatten untereinander.

Regelungen hinsichtlich der Kinder bei einer einvernehmlichen Ehescheidung

Immer, wenn minderjährige Kinder involviert sind, muss der Scheidungsvergleich eine Regelung des Kindesunterhalts, der Obsorge und des Kontaktrechts enthalten.

Um spätere Auseinandersetzungen zu vermeiden, empfehlen wir gerade beim Kontaktrecht eine möglichst konkrete Regelung zu treffen. Im Idealfall werden schon im Scheidungsvergleich Regelungen darüber getroffen, wo bzw. mit wem die Kinder Ferien, Geburtstage, Weihnachten etc. verbringen.

Bezüglich der Obsorge können die Ehegatten das gemeinsame oder alleinige Sorgerecht vereinbaren. Im Fall gemeinsamer Obsorge muss vorab festgelegt werden, in welchem Haushalt das Kind später betreut wird.

Weiters muss der Kindesunterhalt geregelt werden. Um die voraussichtliche Höhe des Unterhalts berechnen zu können, stellen wir Ihnen einen Unterhaltsrechner zur Verfügung.

Regelungen zwischen den Ehegatten bei der einvernehmlichen Ehescheidung

Kommt es zu einer einvernehmlichen Ehescheidung, besteht zwischen den Ehegatten kein gesetzlicher Unterhaltsanspruch. Je nachdem, wie gut ein Ehegatte rechtlich vertreten ist, kann jedoch eine vertragliche Regelung über Unterhaltsansprüche getroffen werden. Von Anwaltsseite wird oft etwa ein Unterhalt für geschiedene Frauen bis zum Ende der Schulzeit der gemeinsamen Kinder durchgesetzt.

Im Scheidungsvergleich müssen auch die vermögensrechtliehen Ansprüche zwischen den Ehegatten geklärt und Aktiva (Ersparnisse, Fahrzeuge, Immobilien etc.), aber auch Passiva (z.B. Schulden im Zusammenhang eines Wohnungskaufs) zwischen den Ehegatten aufgeteilt werden.

Ein Muster für einen Scheidungsvergleich finden Sie hier.

Kosten der Scheidung

Bei der einvernehmlichen Ehescheidung fallen für beide Ehegatten gemeinsam für den Scheidungsantrag € 279,- und für den notwendigen Scheidungsvergleich in der Verhandlung weitere € 279,- Gerichtsgebühren an.

Für die Verfassung eines Scheidungsvergleiches, der IHREN Interessen entspricht, bieten wir Ihnen gerne eine Pauschale an. Lassen Sie sich diesbezüglich unverbindlich beraten.

Achtung: Die Gerichtsgebühren von insgesamt € 558,- für eine einvernehmliche Scheidung entfallen, für denjenigen, dessen Vermögen nicht mehr als € 4.414,- beträgt und dessen Jahreseinkünfte € 13.244,- nicht übersteigen.

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