Skip to main content

Ehegattenunterhalt

Das österreichische Familienrecht sieht einen Anspruch auf Unterhalt sowohl während einer aufrechten Ehe als nach der Scheidung vor. Während der eheliche Unterhalt darauf abzielt, große Einkommensgefälle zwischen den Ehegatten auszugleichen, richtet sich der Unterhaltanspruch bei einer Scheidung hauptsächlich danach, wem das Überwiegende Verschulden am Untergang der Ehe ausgesprochen wurde. Wir beraten Sie zu allen Fragen rund um den ehelichen- und nachehelichen Unterhalt und setzen Ihre Interessen durch!

Unterhaltsvereinbarung

Den Eheleuten steht es grundsätzlich frei „in guten Zeiten“ einen Ehevertrag zu schließen, der Angelegenheiten des ehelichen Unterhalts regelt. Auch im Rahmen einer Scheidung muss nicht zwangsläufig das Gericht über den Unterhalt entscheiden. Auch hier können die Eheleute eine Vereinbarung treffen, in der sie sich hinsichtlich des Unterhalts einigen oder gänzlich darauf verzichten. Wenn Sie eine solche Vereinbarung treffen, ist es ratsam einen Anwalt zur Seite zu ziehen, der sicherstellen kann, dass Ihre Interessen vertreten sind.

Ehelicher Unterhalt

Die Ehepflichten des österreichischen Eherechts sehen auch bei aufrechter einen Anspruch des Ehepartners auf Unterhalt vor. Eheleute haben nach ihren Fähigkeiten ihren Teil zur Ehegemeinschaft beizutragen. Das kann auch realisiert werden, wenn ein Ehegatte für die finanziellen Mittel aufkommt, während der andere Ehepartner überwiegend die Haushaltsführung oder Kindererziehung übernimmt. Verdient ein Ehegatte mehr als der andere oder ist dieser sogar Alleinverdiener, hat der andere Ehepartner ihm gegenüber einen Unterhaltsanspruch. Der Unterhalt berechnet sich grundsätzlich aus dem Nettoeinkommen des Unterhaltspflichtigen, gebührt in Geld („bar“) und ist monatlich im Voraus zu zahlen. Wenn die Ehepartner keine eigene Vereinbarung getroffen haben, muss auf die gesetzlichen Regelungen zurückgegriffen werden.

Wie hoch ist der Ehegattenunterhalt?

Der eheliche Unterhalt beträgt 33% des Nettoeinkommens, wenn der Unterhaltspflichtige Alleinverdiener ist und 40% des gemeinsamen Nettoeinkommens, wenn beide Ehepartner ein Einkommen haben. Der Ehegatte, der schlechter verdient muss sich sein eigenes Nettoeinkommen natürlich anrechnen lassen. Der Unterhaltsanspruch verringert sich um 3-4% pro Kind und 1-3% pro Ex-Ehegatten, die jeweils neben dem Ehegatten unterhaltsberechtigt sind. Im Unterschied zum Kindesunterhalt gibt es beim Ehegattenunterhalt nach oben hin keine Grenze und ein sehr hohes Gehalt kann daher auch in sehr hohen Unterhaltszahlungen resultieren.

Unterhalt nach einer Scheidung

Beim nachehelichen Unterhalt kommt es maßgeblich darauf an, wem das Verschulden an der Zerrüttung der Ehe zukommt. Der Ehegatte, der alleine oder überwiegend schuld ist, hat dem anderen wie bei aufrechter Ehe einen Unterhalt im Ausmaß von 33% bzw 40% zu leisten, soweit der Unterhaltsberechtigte nicht aus einer zumutbaren und von ihm erwartbaren Erwerbstätigkeit vollständig für sich selbst sorgen kann. Der Unterhaltsanspruch verringert sich um 3-4% pro Kind und 1-3% für einen neuen Ehegatten, sollten diese daneben ebenfalls unterhaltsberechtigt sein.

Weiters kann bei einer Scheidung ohne Verschulden ein Unterhalt nach Billigkeit zugesprochen werden. Dieser liegt jedoch betragsmäßig oft unter dem, der bei einer Scheidung aus Verschulden zugesprochen wird.

Außerdem ist ein Bedarfsunterhalt in Form eines Betreuungsunterhalts oder Unterhalt wegen einer ehebedingter Einschränkung der Erwerbsfähigkeit immer dann möglich, wenn der Unterhaltsberechtigte wegen der Erziehung des gemeinsamen Kindes nicht arbeiten kann oder aber ein Unterhalt als Ausgleich für die verringerte Berufschancen am Arbeitsmarkt angemessen erscheint, weil der eine Ehegatte über längere Zeit nicht berufstätig war, und sich stattdessen um die Kindererziehung und Haushaltsführung gekümmert hat.

Unterhalt, obwohl er/sie einen neuen Lebenspartner hat?

Bei aufrechter Ehe erlöscht der Unterhaltsanspruch nicht automatisch, wenn die Ehepartner mit jemand anderen eine Beziehung eingehen. Kann der neue Partner nicht für den Lebensunterhalt des Unterhaltsberechtigten aufkommen, muss der Unterhaltsverpflichtete weiterhin Unterhalt zahlen.

Nach einer Scheidung ruht der Unterhaltsanspruch, wenn der Unterhaltsverpflichtete eine Lebenspartnerschaft aufnimmt und erlischt ganz, wenn es zu einer erneuten Heirat kommt.

Anspannungsgrundsatz

In allen Fällen des Unterhaltes gilt das sogenannte Anspannungsprinzip. Dieses gilt sowohl für den Unterhaltsberechtigten als auch für den Unterhaltsverpflichteten. Man geht bei der Berechnung der jeweiligen Einkommen als Untergrenze immer von dem Einkommen aus, das beide in zumutbarer Weise am Arbeitsmarkt erwirtschaften könnten. Das kann für den Unterhaltsberechtigten beispielsweise bedeuten, neben der Kindererziehung eine Teilzeitbeschäftigung aufzunehmen. Der Unterhaltsverpflichtete kann sich ebenfalls nicht der Verantwortung entziehen, indem er einer weniger lukrativen Tätigkeit nachgeht oder die eigene Arbeitszeit reduziert.

Nutzen Sie die Möglichkeit für eine unverbindliche Erstberatung und sichern Sie sich noch heute einen Termin per Telefon, E-Mail, SMS oder WhatsApp.

Spezialgebiete unserer Rechtsanwaltskanzlei in Salzburg

Feedback

Helmut SchmeikalHelmut Schmeikal
07:56 25 Oct 22
Mein Erstgespräch mit Herrn Mag. Koman war ausgezeichnet. Er hat mir ruhig und kompetent meine Situation erklärt. Ich werde ihn in zukünftigen rechtlichen Angelegenheiten auf jeden Fall kontaktieren.
Fatma CinarFatma Cinar
17:01 19 Oct 22
Herr Koman ist ein sehr kompetenter Anwalt. Er nimmt sich Zeit für seine Kunden. Herr Koman ist auch sehr bemüht und verständnisvoll. Ich kann ihn nur weiterempfehlen.
DoroDoro
16:52 06 Oct 22
Herr Mag Koman konnte mich zwar nicht als neuen Mandanten aufnehmen, da er sehr ausgebucht ist derzeit, hat mir aber spontan am Telefon weitergeholfen: er beantwortete mir sehr kompetent und sympathisch meine wichtigsten Fragen zum Erb/Familienrecht am Telefon. Er konnte mir dadurch einige Sorgen zerstreuen, worüber ist sehr dankbar bin.Sollte ich noch einmal Rechtsberatung benötigen würde ich mich sofort wieder an Herrn Koman wenden in der Hoffnung, dass er dann wieder Kapazitäten für neue Mandanten hat. Vielen Dank!
C. E.C. E.
14:34 08 Aug 22
Ich kann mich den positiven Bewertungen einfach nur anschließen. Herr Mag. Koman ist professionell und nimmt sich selbst am Samstag per WhatsApp (wie auf seiner Homepage angegeben) Zeit und antwortet. Damit habe ich nicht gerechnet und es auch ehrlich gesagt nicht erwartet, da man für die Korrespondenz Öffnungszeiten angegeben hat.Beim darauffolgenden Telefonat am Montag war Herr Mag. Koman sehr sympathisch und sachkundig. Er hat in wenigen Worten mein Anliegen beantworten können und zwar so, dass ich das ohne Nachfragen verstehe.Ich kann Herrn Mag. Koman empfehlen und werde ihn als meinen Anwalt künftig öfter kontaktieren bzw. beauftragen.Herzliche Grüße
Sarah-Anna SadjakSarah-Anna Sadjak
11:30 09 Jun 22
Herr Koman nimmt sich Zeit für seine Klienten und berät professionell und sachkundig. In meinem Fall konnte alles in einem Erstgespräch geklärt werden.Auch die Terminvereinbarung ging schnell und unkompliziert.Ein kompetenter Rechtsanwalt, der seinen Klienten mit Know-how und Professionalität zur Seite steht. Sehr empfehlenswert und - meines Erachtens - bester Ansprechpartner für rechtliche Gelegenheiten im Raum Salzburg Stadt.
Torsten FürbringerTorsten Fürbringer
07:52 26 Apr 22
Herr RA Koman hat mich in meinem Anliegen sehr gut und kompetent beraten und ich konnte mein Anliegen direkt klären. Sehr empfehlenswert.
N.BN.B
08:42 14 Feb 22
Ich kann Herrn Mag. Johannes Koman nur allerwärmstens empfehlen. Er punktet sowohl mit Expertise als auch mit sehr viel Feingefühl! Mag. Koman konnte mir mit meinem Anliegen sehr rasch weiterhelfen.
Sepp HintermaierSepp Hintermaier
11:53 19 Jan 22
Sehr hilfsbereit, bezüglich einer Strafverfügung wegen Besitzstörung.
Pascal SchaeferPascal Schaefer
10:27 16 Dec 21
Super freundliche Beratung, bei welcher deutlich und professionell dargelegt wurde, welche Chancen und Handlungsmöglickeiten es gibt.
Elisabeth RalserElisabeth Ralser
06:50 15 Dec 21
Herr Koman hat mir absolut kompetent und schnell geholfen, ohne die Kostenspirale unnötig in die Höhe zu schrauben. Leider gibt es, wie ich in diesem Fall erfahren musste auch sehr unseriöse Anwälte. Herr Koman gehört da mit Sicherheit NICHT dazu!!!Besten Dank nochmal für Ihre Bemühungen und freundliche Unterstützung!
Karin BachleitnerKarin Bachleitner
06:21 30 Apr 21
Ich habe Herrn Koman in einer nicht einfachen Angelegenheit beauftragt, nachdem ich von einer anderen Rechtsvertretung enorm unkompetent und mit völlig überzogenem Honorar abgefertigt wurde. Sowohl Herr Koman als auch seine Mitarbeiter waren von Anfang an höchst professionell und vor allem sehr menschlich in Ihrer gesamten Beratung. Schnelle Terminvereinbarung, umgehende Rückmeldungen und gut recherchierte und fachlich kompetente Begleitung während der gesamten Abwicklung. Das Preis - Leistungsverhältnis äußerst fair. Sollte ich je wieder eine Rechtsberatung benötigen, kommt für mich nur noch Herr Koman in Frage.
js_loader
Ratgeber
19. Juli 2022

Lebensgemeinschaft ohne Ehe: Welche Rechte und Pflichten haben Paare ohne Trauschein

Lebensgemeinschaft ohne Ehe: Welche Rechte und Pflichten haben Paare ohne Trauschein? Viele Paare leben heutzutage in länger andauernden Wohn-, Wirtschafts- und Geschlechtsgemeinschaften, ohne verheiratet zu sein oder eine eingetragene Partnerschaft…
Ratgeber
24. Februar 2022

Erbantrittserklärung

Bedingte und unbedingte Erbantrittserklärung Ein Erbe muss nicht zwingendermaßen angenommen werden. Um ein Erbe anzunehmen, muss vor dem Gericht bzw. dem Gerichtskommissär eine unwiderrufliche Erbantrittserklärung abgegeben werden. Man unterscheidet erbrechtlich…
Ratgeber
5. Januar 2022

Erbunwürdigkeit, Enterbung und Pflichtteilsminderung

Erbunwürdigkeit, Enterbung und Pflichtteilsminderung Erblasser können in Österreich grundsätzlich frei entscheiden, wen sie als Erben einsetzen wollen bzw. wen sie nicht letztwillig bedenken und damit vom Erbe ausschließen wollen. Die…